Manderscheid

Manderscheider Burgen um 1920 (Ansichtskarte)

In einem schönen Teil der Vulkaneifel liegt das noch junge, aufstrebende Städtchen Manderscheid – in einer reizvollen Ferienregion mit der geballten Kraft natürlicher Schönheit und geologischer Besonderheiten. Der Vulkanismus hat die Landschaft mit Bergen, Maaren und Kraterseen, den klaren blauen Augen der Eifel, geprägt. Wälder und lauschige Bachtäler durchziehen die Region um Manderscheid und auch die historischen Zeugnisse bilden einen attraktiven Rahmen, Manderscheid genauer kennen zu lernen. Einst die Wiege einer der mächtigsten und angesehensten Familiengeschlechter der Eifel können sich heute Gäste wie die „Herren zu Manderscheid“ fühlen und verwöhnen lassen. „The pearl of the Eifel – die Perle der Eifel“, so nennt ein englischer Journalist Manderscheid in seinem Buch von 1896. Überzeugen Sie sich selbst von der natürlichen Schönheit, worin der heilklimatische Kurort eingebettet ist. Wandern auf der interessanten Geo-Route, ein Besuch der alten Zisterzienserabtei Himmerod oder der romantischen Burgruinen gehören zu den vielen aktiven Entdeckungen – genauso wie die Fahrten auf dem „Mosel-Maar-Radwanderweg“ oder dem Radweg „Kleine Kyll“.

Manderscheid (in Eifler Mundart: Maanischd) ist eine rheinland-pfälzische Stadt im Landkreis Bernkastel-Wittlich und bis 2014 Verwaltungs-Sitz der Verbandsgemeinde Manderscheid. Seit 2014 gehört die Stadt Manderscheid zur durch die Kommunalreform zwangsfusionierten Verbandsgemeinde Wittlich-Land.
Manderscheid ist heilklimatischer Kur- und Kneippkurort.

Manderscheid (mittelalterlicher Name: Manderschiet) wurde erstmals 973 urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte es zum Erzbistum Trier. Kurfürst Balduin verlieh ihm Stadtrechte (1332). Manderscheid war Hauptort eines kurtrierischen Amtes und gleichzeitig auch der Grafen von Manderscheid. Ab 1794 stand ganz Manderscheid unter französischer Herrschaft, 1814 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1947 ist er Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. Das Gebäude der einstmals kurfürstlichen Kellnerei beherbergt heute den Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Manderscheid.

Die Luziakirche, auch Luciakapelle genannt (vermutlich die erste Kirche des Ortes) befand sich im Mittelalter am nördlichen Ortsrand von Manderscheid. 1386 wurde dort Lucia von Manderscheid, Gattin Heinrichs von Manderscheid, beigesetzt. Um 1794 wurde die Kapelle von den Franzosen niedergebrannt. Der ehemalige Standort ist jetzt eine Wüstung, das heißt, es sind keine Reste der Kapelle mehr sichtbar. Lediglich ein Straßenname erinnert daran.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Niedermanderscheid eingemeindet. Seit dem 16. Januar 1998 ist Manderscheid eine Stadt.

Web: www.manderscheid.de

Literaturtipp:

Der historische Kriminalroman „Im Schatten der Burgen“ von Frank Domeier aus dem Jahr 2010 spielt im mittelalterlichen Manderscheid um 1425. Der Roman vermittelt neben der Spannung auch Hintergründe über die beiden Burgen Manderscheids und beschreibt auch das Dorf und das damalige Dorfleben.

Zum Inhalt:

Nikolaus Cusanus, junger Gelehrter in Diensten des Kurfürsten von Trier, kommt auf seiner Reise durch die Eifel zu den beiden Burgen von Manderscheid. Ganz unverhofft wird er mit einem schrecklichen Verbrechen konfrontiert. Wilhelm, der missratene Sohn des mächtigen Herrn von Manderscheid wurde auf bestialische Weise ermordet.
Unweigerlich gerät die verführerische Tochter des Manderscheider Müllers ins Zentrum der Verdächtigungen. Sie hatte einen guten Grund, dem Mordopfer den Tod zu wünschen, denn erst tags zuvor hat Wilhelm sich brutal an ihr vergangen.
Cusanus ist von der Schönheit der jungen Eifeler Müllerstochter fasziniert und fasst den Entschluss, ihr zu helfen. Sehr schnell findet er heraus, dass es in der ganzen Umgebung kaum jemanden gab, der den ermordeten Wilhelm nicht hasste. Doch Nikolaus Blick ist durch seine Zuneigung zu Christina getrübt. Statt dem wirklichen Täter auf die Spur zu kommen, gerät er unvermittelt selber unter Mordverdacht. Und die Schlinge um seinen Hals zieht sich unbarmherzig zu…

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